Spannende Entwicklungen in der Werkstatt

Die Bilder und Rahmen sind schon da, das Loch in der Ecke wird gerade repariert – mit dem Aufbau der Ausstellung geht’s schon los.

Bei den Vorbereitungen der Ausstellung wächst und wächst meine Hochachtung vor den wunderbaren Menschen, mit denen ich immer wieder zusammen arbeiten darf, die regelmäßig Ausstellungen vorbereiten, veröffentlichen und aufbauen. Es gehört doch viel dazu, und obwohl ich das schon immer gewusst habe, ist es auch gut, es noch einmal ganz konkret zu erfahren. Auch wenn bei dieser Ausstellung nicht alles glatt geht, perfekt vorbereitet und kommuniziert wird, freue ich mich schon darauf. Und ich bin mir sicher, sie wird sehr, sehr schön sein.

Die Ausstellung “In der Werkstatt des Geigenbauers – in memoriam Peter Hütmannsberger” wird am Donnerstag, 22. November, um 19:00 eröffnet, dann bleiben die Bilder noch bis 1. Dezember hängen. Wer die Ausstellung nach dem 22.11. anschauen möchte, wird gebeten, sich zu melden (office@werkstatt-am-hauptplatz.at), um sicher zu gehen, dass jemand da ist.

Allerdings wird die Ausstellung für einige Stunden am 29.11. sowie am 30.11. geschlossen: Da haben wir nämlich schon unsere ersten Anmeldungen für die Werkstatt. Am Donnerstag, 29.11., ab 18:30 hält die Gruppe "Frühling 2012" ein offenes Treffen als eine Art “indoor picnic”. Es ist eine große Freude, gerade diese Gruppe gleich als erste Gäste in der Werkstatt begrüßen zu können – genau so soll es auch weiter gehen.

Gleich am nächsten Tag, am Freitag von 14:00 – 17:00, steht die Werkstatt dem “Mädchen-Projekt” von Maiz zur Verfügung. Dass verschiedene Gruppierungen von Maiz die Werkstatt benutzen und sich hier wohl fühlen können, ist mir persönlich ein großes Anliegen.

Am 12.12.12. bringen wir dann die ganze Welt in die Werkstatt: An diesem Tag werden wir ab 18:00 ein “Node” für das Cyberperformance-Festival “121212 Upstage” sein.

So unterschiedlich und spannend wie diese erste Nutzungen sind, die genau dem entsprechen, was ich mir vorgestellt und gewünscht habe, ist seit ein paar Tage noch ein Aspekt hinzu gekommen. Maya McKechneay, Filmemacherin und ehemalige Crossing Europe-Kollegin, hat mir letzte Woche geschrieben, dass sie eingeladen wurde, zusammen mit acht weiteren Regisseur_innen, bei einem gemeinschaftlichen Filmprojekt mitzuwirken. Die Idee ist, unterschiedliche Menschen und Projekte darzustellen, die versuchen, Idealvorstellungen von der Welt, von unserer Gesellschaft im Alltagsleben zu verwirklichen. Ich fühle mich unglaublich geehrt, dass Maya die Werkstatt als Thema ihres Beitrags nehmen möchte.

Am Samstag, als Maya mich in der Werkstatt besucht hat, war es mir auch eine große Freude, ihr erzählen zu können, was ich mir für die Werkstatt vorstelle, welche Texte aus meiner Übersetzungsarbeit – z.B. von Isabell Lorey – für mich im Hintergrund stehen. Die Idee dieses Films finde ich großartig, dabei sein zu können ebenfalls, doch die Vorstellung der konkreten Umsetzung wirft wiederum Fragen auf.

Um filmen zu können, was in der Werkstatt passiert, muss natürlich ein Kamerateam dabei sein – ob bei der Ausstellungseröffnung oder beim Picknick von Frühling 2012 bis hin zum Upstage Festival. Ich traue Maya auf jeden Fall zu, dass sie sensibel genug ist, um zu merken, was passt oder nicht passt, aber wie wird eine Dynamik grundsätzlich durch die Anwesenheit eines Filmteams geändert? Mir ist wichtig, dass auch eine Reflexion statt finden kann, wie am Besten damit umzugehen ist. Wie unsere Wahrnehmungen durch die Allgegenwärtigkeit von Aufnahmegeräten im Alltag verändert werden, ist mir schon lange ein wichtiges Thema. Doch ich finde es schön, dass Maya nicht bloß dokumentieren will, was in der Werkstatt passiert, sondern sich eingehend für die Ideen, die dahinter stehen, interessiert, wie auch für die Möglichkeiten, die die Werkstatt bietet.

Es ist schön, aufregend – und wir stehen erst am Anfang.